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#1 Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 06.03.2014 21:34

Sdrasstwujti Commrads,

Es ist an der Zeit mir Gedanken über einen GAZ69, oder auch einen ARO -M461 zu machen.

Genossen und Genossinnen, wo kann ich meine Arbeiter und Bauernrubel mit gutem Gewissen investieren, gar direkt in Mitterchen Russland?
Hat dort einer mal so ein Russenmuli erstanden?
Vielleicht hat ein Genosse noch einen Nachkriegsveteranen behütet in seiner Datschia?
Was gibt es an diesem kommunistischem Uralstahl überhaupt zu beachten?

Mit sozialistischem Bruderkuss und martialischem Dank
M.Gorki

#2 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 07.03.2014 08:51

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Moin Maxim,

Wenn Du einen GAZ69 willst, dann hol Dir am besten einen originalen GAZ69 und keinen Aro.
Hauptgrund : der Aro sieht zwar dem GAZ69 sehr ähnlich, das wars dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.
Es passt so gut wie kein einziges Ersatzteil vom GAZ an den Aro !! Das haben die Rumänen damals "toll" hinbekommen, so ein Baukastenprinzip zu pervertieren.
(oder durften sie nicht , weil Mütterchen Russland das nicht wollte ? ) Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall ist die Ersatzteilversorgung beim Aro gleich Null. Und so was macht bei nem Bastelauto dann keinen Spaß.

Und einen GAZ69 am besten NICHT in Ostdeutschland kaufen, bzw. genauergesagt keinen GAZ, der schon bei der NVA gelaufen ist.

Grund : Unsere Brüder bei der NVA haben den guten russischen GAZ leider in einigen Punkten verschlimmbessert.
Das fängt beim häßlichen Lack an, über häßliche "neumodische" Blinker vorne, häßliche eckige Rückleuchten,
setzt sich bei Ventilsitzringen aus zu weichem Material fort, geht beim unnötig nach hinten verlängerten Auspuff weiter,
und hört bei unzuverlässigen gekapselten Zündverteilern noch nicht auf.

Am besten so original und unverbastelt kaufen, wie möglich. Leider wurden ja öfters mal Multicar-Motoren oder andere Diesel reingehängt.
Das ist Geschmackssache, meins wärs nicht.
Der originale Seitenventiler ist herrlich, auch wenn er guten Durst hat :-)

viele Grüße
dirk

#3 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 08.03.2014 00:34

Ah... Commrad Dirksky,

das hilft mir schon etwas weiter, ich habe tatsächlich auch über den rumänischen clone nachgedacht, aber aus Ersatzteilversorgungsgründen die Idee in den Karpaten beerdigt.
Das die Vopohauler so verbastelt sind wusste ich nicht - sehe immer nur abgesägte Kotflügel und Höherlegungen an vielen der alten Privets.
Vielen Dank für Deine Antwort :)
Wenn Du erlaubst noch ein paar weitere Fragen:

Weißt Du oder Jemand was für eine Übersetzung die Hinterachse hat?
Ebenso die einzelnen serienmäßigen Getriebeübersetzungen ?
Wo hat den der Russenstahl so seine Schwachpunkte?
Hat das Auto eine selbsttragende Karosserie?

Kurz zu meinem Plan - Der Büffel soll als Arbeitspferd für meine anderen Schlachtrösser dienen, sollte etwa 2,5 Tonnen bei 80 Kmh gebremst zerren können.
Ich vermute das ich ihn nicht im Originalzustand lassen kann weil er auch ins Wasser muss.
Womit ich bei der Dichtigkeit der Hinterachse bin - oder soll da gleich Ost-Margarine rein?
Und weiter geht es mit Bezugsquellen für Motordichtsatz, Übermaßkolben?
Ich schaue in Polen - für ein paar Zloti im Gegenwert von 3000€ werden dort zumindest bildhaft recht gute H-Kennzeichenfähige Exemplare.
Doch wie sah das Auto nun wirklich aus von der Verdeckfarbe bis zu irgendwelchen Tarnmustern bis zu komischen roten Sternen und kyrillischen Buchstabenkombinationen habe ich schon viel gesehen.

Möglicherweise gibt es Lektüre oder sogar ein wie mach ich´s mir selbst Papyrus?

Ihr seht ich geh da recht blind an das Auto heran, und schmeiß gerne nen leckeren Kartoffelschnaps nach erfolgreicher Fuhrparkserweiterung im Hamburger Raum.

Doswidania
Maxim

#4 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von igor469 08.03.2014 08:03

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2.5T. Ziehen? Interessant. Bin gespannt wie das gehen soll.

#5 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 08.03.2014 08:03

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na sdorowje Maxim,

puh, ne menge Fragen, ein Glück habe ich heute morgen frei und etwas Zeit zum tippen :-)

also fange ich mal hiermit an:

>> Kurz zu meinem Plan - Der Büffel soll als Arbeitspferd für meine anderen Schlachtrösser dienen,
>> sollte etwa 2,5 Tonnen bei 80 Kmh gebremst zerren können.

Da muß ich Dir leider gleich mal etwas den Wind aus den Segeln nehmen.
Gemäß KTA darf der GAZ69 max. 850 kg ungebremst ziehen.
2,5 Tonnen sind auch gebremst utopisch, denn der GAZ69 hat mit seinen 55 PS (2.1 Liter Maschine)
bzw. 65 PS (2.4 Liter Maschine) und seinen ca. 1,5 Tonnen Leergewicht schon genug mit sich selbst zu schaffen.

80km/h ist für den GAZ69 die obere Reise-Geschwindigkeit , schneller sollte man nur mal kurz zum überholen werden
und bei max 100km/h ist sowieso Schluß, für solche Geschwindigkeiten ist weder das Fahrwerk noch der Motor noch seine Schrankwand-Aerodynamik ausgelegt.
Geht es länger bergauf, sind selbst die 80 km/h nicht zu halten, dann fällt die Nadel schon mal auf 60 km/h.
Hätte man dann noch nen 2 Tonnen Hänger hintendran, käme man wohl zum stehen.

Kurz umrissen :
Als Zugfahrzeug eines schweren Trailers ist der GAZ69 meiner Meinung nach völlig ungeeignet und viel zu schade.

Für so was eignet sich z.Bsp. ein Touareg V10 TDi, der hat ausreichend Schmackes und den gibts gebraucht relativ günstig.
Der hat zwar keinen Oldie-Charme, aber dafür brauchts einem auch nicht leid tun, wenn man ihn kräftig hernimmt.


>> Weißt Du oder Jemand was für eine Übersetzung die Hinterachse hat?
>> Ebenso die einzelnen serienmäßigen Getriebeübersetzungen ?

Ich habe Dir mal eine GAZ69-Kurzanleitung hochgeladen, da stehen auf den ersten Seiten einige technische Eckdaten drin,
unter anderem auch die Achsübersetzungen :
gaz_69_manual_ds.pdf


>> Hat das Auto eine selbsttragende Karosserie?

Nein.
Der GAZ69 hat natürlich - wie jeder anständige Geländewagen - einen Leiterrahmen.



>> Wo hat den der Russenstahl so seine Schwachpunkte?

also der Stahl selbst (das Blech, die Karosserie, wie auch immer) ist wohl je nachdem was bei UAS in der Fabrik gerade verfügbar war,
recht unterschiedlich.

Es gibt einige GAZ69, die im Bereich der unteren Türen und am Rahmen gerne rosten.
Auf der anderen Seite gibt es Autos, die nach Jahren noch rostfrei sind und ein recht hoch legiertes Blech haben.
Ich habe glücklicherweise so einen und ich kenne noch jemand, der hatte auch einen GAZ69
mit nur schwach magnetischen und nahezu rostfreien Blech.

Schwachpunkte ?
so richtig gravierende Schwachpunkte gibt es beim GAZ69 nicht.
Fast alles läßt sich gut reparieren bzw. mit überschaubarem Kostenaufwand austauschen.
Ein Knackpunkt ist seine Einkreis-Bremsanlage, deren ordnungsgemäße Funktion lebenswichtig ist.
Da quellen gerne mal die Bremsschläuche zu (vertragen das DOT4 nicht) oder die Radbremszylinder gehen aufgrund Korrosion fest.
Im Zweifelsfall die komplette Bremsanlage aus Neuteilen aufbauen, da ist man mit ca. 300 Euro dabei incl. Hauptbremszylinder.

Als Vergaser wurden K22 und K124 eingesetzt, beide haben so ihre Eigenheiten, funktionieren aber recht zuverlässig.
(Schwimmer kann mal undicht werden und vollaufen, das originale Schwimmernadelventil und das Schauglas sind nicht E10-fest,
für beides gibts aber günstig West-Sprit-fähigen Ersatz. (z.Bsp. bei Ural-Hamburg die Schwimmernadelventile und im GAZ69-Forum die Schaugläser)

Der GAZ69 hat Hebelstoßdämpfer, diese benötigen etwas Zuwendung, damit sie funktionieren.
Sie funktionieren mit Öl, welches durch den Hebel hin und her gepumpt wird.
Also Ölstand kontrollieren und ggf. Nachfüllen und wenn sie lecken, die Stopfbuchse unter dem Hebel etwas nachziehen.

Der Motor ist unproblematisch, er mag konstruktionsbedingt jedoch keine zu hohen Drehzahlen.
Beachtet man das, hat man lange Freude dran.


>> Und weiter geht es mit Bezugsquellen für Motordichtsatz, Übermaßkolben?

Du hast noch keinen gekauft, und denkst rein hypothetisch schon über Übermaßkolben nach ?
Kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber ja das gibt es.
Bezugsquelle noch ohne Wucher-Preise :
RUSSIAN SPARES
Da beim Todor in Bulgarien findest Du die meisten GAZ-Ersatzteile sowie auch die von Dir genannten Übermaß-Kolben.


>> Möglicherweise gibt es Lektüre oder sogar ein wie mach ich´s mir selbst Papyrus?

ja, das gibt es alles, und da er bei der NVA gelaufen ist, zum Glück auch in Deutsch.
Ich habe mal einen Einzelteil-Katalog eingescannt und mit einer Stichwortsuche versehen,
so findet man jedes Einzelteil und da meiste mit Skizzen:
Einzelteilkatalog GAZ mit Stichwortsuche als PDF Dateigröße: 35 MB
Ich habe noch einiges anderes an Doku und Bilder etc zum GAZ69, bei Bedarf einfach anfragen.
Die NVA-Reparaturanleitungen sind zwei gebundene Bücher, die habe ich mangels Zeit und Lust nicht eingescannt,
die gibts aber noch als Nachdruck zum kaufen.


>> Doch wie sah das Auto nun wirklich aus von der Verdeckfarbe bis zu irgendwelchen Tarnmustern bis zu komischen roten Sternen
>> und kyrillischen Buchstabenkombinationen habe ich schon viel gesehen.

ja, da wurde viel verbastelt, und als der GAZ69 noch billig zu haben war,
war es auch verständlich, daß viele Jungs sich da nen Spaßauto draus gebaut haben,
und erlaubt war alles, was gefällt und Spaß macht

Hier mal zwei Bilder vom UAS-Werksplatz, das dürfte dann dem Original entsprechen :







Und hier mal das Bild eines recht unverbastelten GAZ, das Reserverad hat noch das originale russische Profil von der Auslieferung.
(Weißwand hatten nur die Paradefahrzeuge, das einfach mal wegdenken)


Rückspiegel waren jedoch ab Werk normal nie montiert, das sind allesamt Nachrüstungen, lediglich der Innenspiegel war vorhanden.


so, das wars mal fürs erste,

69er Grüße aus Karlsruhe
Dirk

#6 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 08.03.2014 14:18

Towarisch Dirk,

Danke für deine Info hab ich ordentlich was zu recherchieren !

Na mit dem zerren war meine Schiffe vom Deich aus im Wasser hin und her zu manövrieren gemeint, kein Dauerbetrieb.
Da ich auch mal 15km Autobahn mit einem Auto auf dem Hänger überbrücken muss ( was derzeit mit einen 1,2L Renault höchst beschwerlich klappt ) sollte mit dem Drehmoment auf 2 Achsen und 2,4L zumindest besser sein. funktionieren. Was man darf und was nicht mal dahin gestellt.
Was ich bisher gelesen habe - und Du bestätigt - hast scheint das Auto recht wartungseinfach zu sein und entspricht wohl der Urwaldtechnik die ich gerne hätte.
Die Einkreisbremse macht mir da eher etwas Angst. Ich glaube da denke ich tatsächlich im Vorfeld über einen Umbau nach.

Da ich bisher bei allen meinen alten Gurken runtergenudelte kompressionsarme Motoren hatte lieber im Vorfeld die Nachfrage zu den Übermaßkolben nebst Dichtsätzen.
Nach kompletter Revision hatte ich immer diesbezüglich dauerhaft Ruhe.

Ich nehme an das das Foto Dein Auto ist? Der gefällt außerordentlich!
So ein paar fragen noch, wenn Du Zeit hast...

Ich denke nicht das dies der Werkslack ist, verrätst Du mir welchen Lack Du benutzt hast?
Gibt es ein historisches Vorbild für das Auto?
War eigentlich der Kastenwagen auch ein Serienfahrzeug oder sind das Selbstbauten?
Ist dies konventioneller Wasserlack oder hast Du den runtergeschrubbt bis aufs nackte Blech.
Leiterrohrrahmen ist ebenfalls nach meinen Vorstellungen.
Nach sichten Deiner Links scheint auch die Ersatzteilversorgung gesichert zu sein.

Ich glaube es zieht mich zu dem 2,4L als 2 Türer, bleibt eigentlich nur die Frage, nach einer vertrauensvollen Bezugsquelle in den Gus Staaten...

@ Igor ;) nur eine Möglichkeitsfrage !

Doswidanja
Maxim

#7 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 08.03.2014 22:45

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N'Abend Maxim,

Zitat

>> Die Einkreisbremse macht mir da eher etwas Angst. Ich glaube da denke ich tatsächlich im Vorfeld über einen Umbau nach.



vor der Einkreisbemse brauchst Du keine Angst zu haben, die bremst gut !
Hatte damit aufm TÜV-Prüfstand Werte, die manches moderne Auto nicht erreicht ( 2x300 daN vorne)
Und falls die Bremse mal ausfallen sollte, hast Du ja noch die mechanische Handbremse, die auf die Kardanwelle wirkt :-))

Wenn Du Angst hast oder Dir Sicherheit am Herzen liegt, dann darfst Du keinen 69er fahren.
Keine Gurte, keine Knautschzone, keine abgewinkelte Lenksäule, das fahren mit 80 km/h erfordert Konzentration und ruhige Nerven.


Zitat
>> Ich nehme an das das Foto Dein Auto ist? Der gefällt außerordentlich!



ja, Danke :-)


Zitat
>> Ich denke nicht das dies der Werkslack ist, verrätst Du mir welchen Lack Du benutzt hast?



doch das ist der Werkslack, habe den mit etwas Arbeit mit Entkalker, Schwamm und WD40 wieder unter der Kalkschicht vorgeholt.
Hier in meinem Vorstellungsthread siehst Du am Anfang Bilder, wie der GAZ ausgesehen hat, als er gefunden wurde.

KLICK MICH HART

Ich habe mir von einem Lackierer einen Standox-Lack mischen lassen, der auf nem Mercedes-Lack basiert
und so abgetönt wurde, daß er möglichst genau auf den Werkslack passt.
Der steht aber noch relativ unbenutzt bei mir rum, ich habe nur die Pritsche damit gestrichen und ein paar Stellen am Kotflügel ausgebesssert.
Der Lack hat mich satte 400 Euro gekostet, im Nachhinein hätte ich mir das sparen können.

Zitat
>> Gibt es ein historisches Vorbild für das Auto?



ja. Das hier war mein Vorbild, Paradefahrzeug der VDV ( russsische Luftlandetruppen )






und so wars dann :




jetzt gehts momentan etwas weg von der kuscheligen Weisswandoptik zum etwas brachialeren Portalachsen-Look.



Zitat
>> War eigentlich der Kastenwagen auch ein Serienfahrzeug oder sind das Selbstbauten?




Serienmäßig gab es nur die 2-Türer Pritsche (so wie meiner) und den etwas exclusiveren 4 Türer Offizierswagen mit Klappverdeck.

Der Kastenaufbau (Orel) war eine nachträgliche Modifikation.
Es gab viele Modifikationen und Prototypen, so auch z.Bsp. eine GAZ69 Halbkette, einen Muldenkipper, einen Sattelschlepper etc..









Zitat
>> Nach sichten Deiner Links scheint auch die Ersatzteilversorgung gesichert zu sein.



ja, die meisten Ersatzteile bekommt man *noch* bei.
Allerdings steigen die Preise stetig. In den letzten 2 Jahren haben sich manche Preise bereits verdoppelt,
und wenn Todor seine Lagerbestände mal abverkauft hat, wirds mit den ET-Preisen noch schneller bergauf gehen.

Manche Sachen , so wie z.Bsp. der rostanfällige Frontscheibenrahmen sind bereits jetzt nicht mehr erhältlich und richtig teuer.

viele Grüße
Dirk

#8 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 10.03.2014 18:00

Danke für die Bilder, ich glaube in die Richtung gehe ich auch.
Die Suche gestaltet sich recht schwierig, die meisten sind recht tot und es hapert etwas an der Kommunikation.

Nun verhandel ich mit jemanden aus Prag der mir einen 71er -SEHR EINFACH- Mit H-Kennzeichen und deutscher Dekraprüfung aufbauen möchte.

3000€....Volllresto
Da ich auf optische Mängel eher hinwegsehe und davon ausgehe alles noch einmal zu machen ( wie bei allen die ich zu vernünftigen Kursen gesehen habe )

Also, 300€ als fahrende Restaurationsbasis in neuem Acryllack mit frisch Tüv und H Kennung...

Was denkt Ihr dabei außer OMG ;)

#9 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 10.03.2014 18:14

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Prag ist gut (damit dürfte es ein "echter" russischer sein) und 1971 (letztes Baujahr) ist auchz gut,
damit hat er schon die modernere Achse vorne mit Freilauf und vor allem : mit Duplex-Bremsen wie beim UAZ 469.

300 Euro oder 3000 Euro ?!
Das eine wäre genial, 3.000 Euro ist auch noch in Ordnung.

Als Anhaltspunkt :
für meinen 69er, mit Zustand wie auf den ersten Bildern dreckig, kalkig, Verdeck total hinüber , nicht fahrbereit, Bremsen total am A....,
noch nie zugelassen, ohne jede Fahrzeugpapiere aber komplett und unverbastelt hatte ich 2.000 Euro bezahlt.

Für nen teilrestaurierten, bereits zugelassenen dann 3.000 Euro zu bezahlen, fände ich völlig in Ordnung.

Wichtig wäre für mich, dass er nicht zu sehr vom Rost zerfressen ist und das alles vollständig ist (Spriegelgestell, Sitze, Originalmotor, Ersatzrad etc...)

Das ist aber nur meine persönliche Ansicht, frage 3 andere Leute und Du wirst wahrscheinlich noch 3 andere Meinungen bekommen :-)

viele Grüße
Dirk

#10 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 10.03.2014 18:16

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ähm,., gerade fällt mir noch siedendheiß ein :

es handelt sich aber NICHT zufällig um Mortar Investments , oder ?!

#11 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 10.03.2014 18:34

dochdoch Die Mörsertypen sind das.

Ich habe die abenteuerlichen Berichte gelesen...
Ich bin soweit das ich das Auto erst beim Tüv bezahlen will, da guck ich dann selbst mit drunter

Die haben auch alle nichts bezahlen wollen, ;), wie ich!
Aber im Ernst, was will ich für 3000€ erwarten?

Ich habe nur Bastelkisten gefunden bisher - selbst für 10.000€

#12 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 10.03.2014 20:27

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>> dochdoch Die Mörsertypen sind das.

woher wußte ich das nur .....

>> Ich habe die abenteuerlichen Berichte gelesen...

wenn Du weißt, worauf Du Dich einläßt, ist es ja in Ordnung.
Es ist nur so, daß deren Website seeeehr vollmundig & lecker aussieht.
Ich hatte da früher auch schon drauf rumgesurft und von nem BDRM geträumt

Wenn man aber die Berichte liest, was diverse Leute bei MI erlebt haben, wird man etwas realistischer.

>> Ich bin soweit das ich das Auto erst beim Tüv bezahlen will, da guck ich dann selbst mit drunter

O.K. wenn er mal TÜV hat und seine H-Zulassung, dann hast Du ja schon mal das Gröbste


>> Die haben auch alle nichts bezahlen wollen, ;), wie ich!
>> Aber im Ernst, was will ich für 3000€ erwarten?


für 3.000 Euro kannst Du mitunter schon einen recht passablen 69er bekommen,
ein guter Freund von mir hat seinen für 3.000 aus Ungarn und im GAZ69-Forum habe ich
auch schon brauchbare Autos für den Kurs den Besitzer wechseln sehen.

Die 69 AM ( Viertürer "Cabrio") sind teurer. Aber Du suchst ja eh ne 2-Türer Prische.


>>Ich habe nur Bastelkisten gefunden bisher - selbst für 10.000€

so ne Suche brauchst Du etwas Geduld, bis das richtige Angebot da ist.
Für 10 Riesen müßte er schon wie neu sein.

Wie z.Bsp. der hier :



http://www.autoport-schoenefeld.de/content/GAZ.html




Grüße
dirk

#13 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Kaffeekäffchen 11.03.2014 22:10

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Bei ebay-Kleinanzeigen sind zwei schöne GAZ 69 M drin. Preislich auch in Ordnung und die haben schon das Oldtimergutachten.

http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-...70398-216-17554

http://kleinanzeigen.ebay.de/anzeigen/s-...670088-216-7835

Gruß
Kaffeekäffchen

#14 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 11.03.2014 22:28

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ja, das sind 2 NVA-Veteranen ausm Bilderbuch.
Die Farbe, die bereits genannten Blinker & Rückleuchten,
die übergejauchten Lampenringe und das Schlabberverdeck sind etwas Geschmackssache.
Schön zu sehen auf dem einen Bild ist auch der lange Auspuff nach hinten raus.

viele Grüße
Dirk

#15 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 11.03.2014 23:39

Danke für die Hinweise,
Ich werde den 2. mal kontaktieren.

Mensch, was soll man den auch erwarten für die paar Rubel.

Bei der Armee dürften die wohl recht gut gepflegt worden sein und im Einsatz waren, bevor sie ausgemustert wurden. Bissel vor eine Feldküche gespannt - fertig.
Ich rechne ja so:,
Rumsabbeln mit den Ings. beim Tüv Recherche, Macker der mitfährt,Wurstblinkergeschnacke blablabla...Ist mir bei jeder karre 600 Tacken wert - egal welches es denn ist.
Wenn das Ding auch noch aus Ostwilwest geholt werden muss, Sprit , Theater,Hänger...
Locker 400 Eurorubel.
Auto, Maximal 2400, mehr sind sie wirklich als fahrbereites Auto nicht wert.

Ich denke da es ja keine "wertigen Autos" waren, und dort eh keiner irgendwas kaufen konnte, wurden die nur wieder mit irgendwelchem Klimbim aus anderen Karren zusammengeflickt..
Wichtig war da wohl eher Das Würzfleisch aus der Gulaschkanone hinten am Agrarhaken oder der mühevoll schwarzgebrannte auf der Ladefläche.


Prag hätte dann doch gerne eine Vorauszahlung während der Restauration.
und die Chassisfarbe die verwendet wird nennt sich "Body".
Sand oder Eisstrahlen macht man mit Geländewagen in Prag eigentlich nicht, wäre auf Wunsch gegen Aufpreis machbar.
Und es gibt keine Autos ohne Kitt in dem Alter, auch nicht bei neuen Autos wie Audi.
Es wird auch ein Zuk Motor verbaut. Aber der soll ja auch original sein und geht bei der Dekra in Kamenz übers H-Kennzeichen.
Und die Farbe kann ich mir aussuchen.

Problematisch erweist sich bei der Suche das die wohl alle mit Acryllack angepinselt sind, eine gute Restauration wird so also sehr teuer.
Da sich die Ex Gus Restos auch recht ähnlich darstellen muss ich wohl sehr Abstriche machen oder richtig Knete in die Hand nehmen und es selber von Grund auf machen.
Und son olles Verdeck...das stinkt doch eh nach Pischi, kann man ja beim Segelmacher mal neu machen, was sollen die 6 Mädels auf der Ladefläche den dazu sagen?


Nun hader ich hin und her...

#16 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Kaffeekäffchen 12.03.2014 08:06

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Kauf lieber das, was Du sehen, anfassen und vielleicht sogar Probe fahren kannst und nicht das, was Dir per Vorauszahlung von irgendwo her versprochen wird.
Der ZUK-Motor geht im GAZ 69 immer für Oldtimerzulassung, weil es ein zeitgenössischer Motor ist, der sogar noch vom GAZ-Motor abgeleitet wurde (Lizenzbau). Nur der Kopf mit Ventiltrieb ist anders, der Rest sind gleich, bzw. sogar identisch.

Wenn Du allerdings Deine Kosten für Abholung, Gesabbel usw. vom Fahrzeugpreis abziehen willst, wirst Du auf Granit beißen. Dann brauchst Du da erst gar nicht hin zu fahren.

Gruß
Kaffeekäffchen

#17 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 12.03.2014 08:36

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Zitat
Wenn Du allerdings Deine Kosten für Abholung, Gesabbel usw. vom Fahrzeugpreis abziehen willst, wirst Du auf Granit beißen. Dann brauchst Du da erst gar nicht hin zu fahren.



Das sehe ich auch so.
Wenn jemand mit so ner Einstellung zu mir zum Autokauf käme, würde ich ihn vom Hof jagen.

#18 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 12.03.2014 18:12

Zitat von Dirk im Beitrag #17

Zitat
Wenn Du allerdings Deine Kosten für Abholung, Gesabbel usw. vom Fahrzeugpreis abziehen willst, wirst Du auf Granit beißen. Dann brauchst Du da erst gar nicht hin zu fahren.


Das sehe ich auch so.
Wenn jemand mit so ner Einstellung zu mir zum Autokauf käme, würde ich ihn vom Hof jagen.



Es ging hier um Vorstellung zur H-Kennzeichenabnahme...das wollte ich mir eigentlich nicht antun.
Der Gesamtpreis als Restaurationsbasis H-konform sollte 3500€ vor meiner Garage nicht weit überschreiten.

Ich habe mich gegen Prag entschlossen, dafür ist jetzt Budapest schwer im Gespräch:

http://www.hasznaltauto.hu/auto/gaz/69/g...ponyvas-5137025

Das Auto hat ungarischen Tüv, Licht,Bremse,Handbremse ok Ungarischer Fahrzeugbrief.
Bei 1650€ bar würde er schwach werden...Und ich muss Transport und Tüv nebst H-Kennzeichen selbst machen.

Könnt ihr erkennen ob es sich um einen GAZ oder einen M-59 handelt? Wo waren da gravierende Nachteile?

#19 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Dirk 12.03.2014 19:20

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Zitat von Gorki im Beitrag #18


http://www.hasznaltauto.hu/auto/gaz/69/g...ponyvas-5137025

Das Auto hat ungarischen Tüv, Licht,Bremse,Handbremse ok Ungarischer Fahrzeugbrief.
Bei 1650€ bar würde er schwach werden...Und ich muss Transport und Tüv nebst H-Kennzeichen selbst machen.

Könnt ihr erkennen ob es sich um einen GAZ oder einen M-59 handelt? Wo waren da gravierende Nachteile?



Das Fahrzeug in Deinem Link ist kein Aro M59 sondern ein GAZ69.

optische Unterscheidungsmerkmale :


ARO:
3 Löcher unten im Frontgrill

GAZ:
1 Kurbel-Loch unten im Frontgrill



ARO:
ovale Blinker seitlich unterhalb der Hauptscheinwerfer im Kotflügel eingelassen

GAZ:
mittig in Höhe der Hauptscheinwerfer frei stehende "Eierblinker" (orig. russisch) bzw. aufgesetzte kreisrunde orangene Dome (NVA)


ARO:
Blattfedern vorne stehen optisch näher zusammen und ragen unter der Stoßstange hervor

GAZ:
Blattfedern vorne weiter auseinander und normalerweise auf den Fotos von vorne nicht zu sehen.

ARO:
eine durchgehende Frontscheibe

GAZ:
zweigeteilte Frontscheibe mit Steg in der Mitte



Hier mal im Bild:

der Aro 461:




der GAZ69




es gibt noch ein paar andere Unterscheidungsmerkmale, wie z.Bsp. der Scheibenrahmen (mit richtiger Scheibe) an den Türen beim Aro,
sowie eine Klappe mit Griff am rechten hinteren Kotflügel des Aro.



-----

Das auf dem einen Bild der Annonce zu sehende deutsche Kennzeichen G-AZ 69 habe ich auf nem Bild im GAZ69-Forum schon mal gesehen,
Laß mich mal nachforschen, ob ich mich täusche oder nicht...

Ansonsten sähe der GAZ für das Geld sehr passabel aus (was man so sieht)
originale Maschine mit K-124-Vergaser, Anlasserkurbel und Spriegelgestänge vorhanden, originale Motorraumleuchte ist drin
(solche Sachen fehlen meistens), originale Sitzgestelle sind drin.
Die Fahrerseite von Außen sieht man auf den Bildern leider gar nicht (Ersatzrad?, Schäden ? )

Ich hatte ja ebenfalls mal nen GAZ69 aus Budapest geholt
man *kann* dort durchaus noch passable Fahrzeuge finden.

Grüße
Dirk

#20 RE: Einen GAZ69 für Genosse Gorki von Gorki 12.03.2014 20:46

also mit den optischen unterschieden könnte ich sehr gut leben.

Die Gazblinker gibts so um 50€ auf den Russenmärkten in Berlin, ebenso wie die Rücklichter.
Sogar sympatisch ist mir der Scheibenrahmen an den Seitentüren. Der untere Aro hat aber eine andere Türform???
Knorriger sind beim GAZ die oben angesetzten Scheibenwischer.

Ist Dir den Qualitativ etwas bekannt, oder Ersatzteilversorgung?

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