#1 Druckluftkessel einlagern von Ion Tichy 23.02.2016 10:29

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Good Morning, Ladies & Gentleman.

Habe 2 neue Druckluftkessel für die Bremse (im Handbuch Luftflaschen genannt) des Urals ergattern können. Diese möchte ich jedoch erst einbauen, wenn es die jetzt verwendeten hinter sich haben. Hier werde ich in der nächsten Zeit erzählen & bebildern, wie ich die neuen Kessel konserviere & einmotte.

Grüße.
Axel

#2 RE: Druckluftkessel einlagern von Ion Tichy 25.02.2016 13:03

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Als erstes nach dem Auspacken hab ich eine Sichtkontrolle gemacht. Also neu sind sie schon mal. Von außen hatten sie durch Lagerung & Transport ein paar kleine Kratzer, teilweise mit ganz leichtem Flugrost. Am wichtigsten aber, innen sind sie wie geleckt. Damit das so bleibt habe ich den Kompressor angeschmissen & in beide Kessel innen erst Druckluft zum Ausblasen reingejagt & dann mit der Hohlraumsonde ein öfters von mir erwähntes Rostschutzmittel satt aufgetragen. Beim 1. Kessel habe ich ewig gebraucht, weil ich einfach kein vernünftiges Sprühbild hinbekommen habe. Später ist mir aufgefallen warum. Das Rostschutzmittel war zu kalt & daher zu dickflüssig. Ich habe die Pistole (samt Inhalt) deshalb im Haus gelagert & beim 2. hat es wenige Minuten gedauert. Naja, wieder was dazugelernt.
Danach habe ich noch mit dem Finger in die Gewinde der jeweils 4 Öffnungen Rostschutzmittel geschmiert & sie dann mit Packpapier verschlossen, damit kein Dreck hineingelangt. Nun konnte ich die Kessel außen anschleifen. Das hab ich von Hand mit Schleifpapier gemacht. Das reicht völlig, um Kratzer & Flugrost zu entfernen & den Lack anzurauen. Jetzt habe ich mit dem Kompressor den Dreck weggeblasen & dann die angeraute Oberfläche (als Vorbereitung zum Streichen) entfettet. Ich werde die Kessel nun dreilagig mit Brantho Korrux 3 in 1 streichen. Die erste Lage ist schon drauf, sieht nicht schlecht aus.

(Bilder in der Galerie)

#3 RE: Druckluftkessel einlagern von Dirk 25.02.2016 23:18

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Sehr interessant Axel

Also ich kenn mich mit Druckluftkesseln mangels Druckluftbremsen gar nicht aus, daher jetzt ein paar laienhafte Fragen dazu :

- Warum lagert man Druckluftkessel ein, sind das Verschleißteile ? Falls nicht, warum baust Du die schönen neuen Kessel nicht gleich dran ?

- wenn Du die Kessel irgendwann in Betrieb nimmst (wovon ich jetzt einfach mal ausgehe, denn wozu hast Du die Dinger sonst gekauft)
spülst Du dann das Fluidfilm wieder raus (viel Spass) oder lässt Du es drin ?
Für den Fall dass Du es drinlässt, verschmoddert Dir das Fett nicht das Druckluft-System ?

Wiegesagt, ich habe mich noch nie damit befasst, daher die eventuell (blöden) Fragen.

viele Grüße
Dirk

#4 RE: Druckluftkessel einlagern von Marcus 26.02.2016 07:45

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Moin,

etwas Öl in der Druckluft ist unkritisch. Diverse Bremsanlagen an alten LKWs haben einen Frostschützer, der ein Alkohol/Öl-Gemisch in die Luft dosiert. Das dient zum Korrosionsschutz und hält die bewegten Teile gängig, lästig kann es nur werden wenn ein Frostschützer nachgerüstet wird und vorher schon Korrosion in den Leitungen war. Das gibt dann Rostkrümmel an lästigen Stellen, in diesem Fall war aber der Austausch der innen rostigen Leitungen sowieso fällig.

Für den Reservebehälter: Spiritus und Öl rein und durchschwenken, trocken lagern, vor Einbau grob mit Spiritus durchspülen.

Grüße

Marcus
PS: Erfahrungswerte stammen vom MAN 630, mein 110-17 hat eine Lufttrocknerpatrone.
PPS: Handelsname Wabcothyl.

#5 RE: Druckluftkessel einlagern von Ion Tichy 26.02.2016 11:27

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Hi Dirk & Marcus.

Also meine "derzeitigen" Kessel sind noch top. Das merkt man beim entwässern. Hab schon mal jemanden gesehen, bei dem kam dabei ein Liter Cola aus jedem Kessel. Das sagt dann schon viel über den Zustand des Wagens. So viel Wasser & dann in der Farbe = schon ewig nicht entwässert & innen gammlig.
Ich will die neuen tatsächlich einlagern. Warum? Hab ich in der DDR gelernt. Wenn es mal etwas gibt, dann hol es dir. Wer weiß, wann du wieder diese Chance bekommst. Es ist einfach so, dass ich die neuen gerade günstig bekommen habe & ich vermute schon, dass irgendwann ein Wechsel fällig ist. Da hab ich dann keinen Bock, im günstigsten Fall ewig zu warten, bis die Dinger von wer weiß wo angeliefert werden. Die hier hab ich dann im Neuzustand. Und was ich in meinen kalten toten Händen halte (ganz frei nach dem Spinner Charlton Heston zitiert), das kann mir keiner mehr nehmen.
Die Kessel werde ich natürlich vor dem Einbau spülen. Geht aber ganz easy, kein Problem.

Ich freue mich sehr, dass mein Mist auch von jemandem gelesen wird. Das ist klasse.

Weiter dann in den nächsten Tagen.
Axel

#6 RE: Druckluftkessel einlagern von Ion Tichy 29.02.2016 11:50

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So, 2. & 3. Lackschicht sind drauf. Jetzt lass ich das erstmal in Ruhe trocknen & dann bekommen die Kessel die gleiche Behandlung auf der anderen Seite.

#7 RE: Druckluftkessel einlagern von Ion Tichy 09.04.2016 11:08

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Es hat sich wieder etwas getan.

Da der Lack auf jeden Fall genug Zeit zum Trocknen hatte, habe ich gestern die beiden Kessel umgedreht & nach der gleichen Methode behandelt. D.h. Rost ab- & Lack angeschliffen & dann 3 mal mit Brantho Korrux lackiert. Von außen sind sie jetzt also fertig.

Wenn der frische Lack trocken ist, geht es weiter.
Axel

#8 RE: Druckluftkessel einlagern von Ion Tichy 01.10.2016 12:12

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Nein, ich habs nicht vergessen, auch hier gehts weiter.

Ich habe die Kessel aus ihrem Sommerschlaf in unserem Keller befreit, Zeit zum Trocknen hatte der Lack ja genug. Innen haben sie nochmal einen Schwung frisches Fluid Film Liquid bekommen. Das bot sich gerade an, weil ich die Pistole sowieso für was anderes in Gange hatte. Außen habe ich den Kesseln dann noch eine Schicht FF Gel gegönnt (mit dem Pinsel aufgetragen). In die Gewinde der Öffnungen auch noch mal FF Gel rein & sie anschließend wieder mit Packpapier verschlossen. Nun das ganze in eine Lage Packpapier, dass zusammen mit dem FF Gel ähnlich wie Ölpapier funktionieren soll. Zuletzt habe ich die so verpackten Kessel wieder in die Kartons verfrachtet, in denen sie geliefert wurden, da diese nun als Staubschutz fungieren. Beide Kessel ruhen nun sanft an einem schönen Platz auf dem Dachboden meiner Scheune.

(Bilder in der Galerie)

Grüße.
Axel

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