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#1 Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 08.02.2020 11:52

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Zitat von TSRalex im Beitrag Möglichkeiten zum Erreichen von Euro 6
... Aber ich wollte keine politische Diskussion entfachen, sondern eine Technische!


Kein Problem, für den Off-Topic-Teil der Diskussion habe ich mal diesen Strang eröffnet. Um es gleich vorweg zu nehmen, ich bin da ganz beim Alex, auch hier bitte nur konstruktiv teilzunehmen. Kein Gejammere der Art: "die anderen sind doof", keine politischen Entgleisungen & Extreme! Ich denke, wir können uns über dieses brisante Thema unterhalten, ohne dass es ausartet, wenn wir uns Mühe geben.

#2 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 08.02.2020 12:25

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Ich frage mich zum Beispiel, wo beginnt denn die Hysterie beim Thema Klima? Ganz grob gesagt sieht meine persönliche Meinung so aus, dass es tatsächlich ein reales Problem gibt, auf das die Menschheit auf diesem Planeten zusteuert. Darüber mache ich mir Gedanken. Was mir aber tierisch auf den Sack geht, sind die jeweiligen Extreme beider Seiten mit ihren Klischeefiguren & -erfüllungsgehilfen, die wahlweise in ihrer Erhabenheit mit erhobenem Finger ihre moralinsaure Indoktrination betreiben in einer Quantität, dass es einem bald zu den Ohren herauskommt, als Beispiel sei hier natürlich Greta erwähnt. Oder die Herrschaften der Gegenseite, die eh schon aus anderen Gründen politisch nicht tragbar, ein dermaßen wirres, plumpes Zeug erzählen, jenseits jedweder Wissenschaft & Vernunft, dass man das kalte Grausen bekommen kann, hier zum Beispiel Beatrice von Strolch oder Donald Dump. Die Anhänger beider Seiten haben mal wieder die Wahrheit für sich gepachtet, jede davon abweichende Meinung muss, geht es nach ihnen, im Keim erstickt werden. Keiner möchte auf den anderen eingehen.
Ich denke, das können wir hier besser! Deshalb zurück zum Anfang, wo beginnt beim Thema Klima die Hysterie? Oder anders gefragt, wie seht ihr das denn grundsätzlich?

#3 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von TSRalex 08.02.2020 13:27

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Sorry - ich habe diesen Thread jetzt zu spät entdeckt und noch im anderen Thread eine Antwort gegeben:

Möglichkeiten zum Erreichen von Euro 6

#4 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 08.02.2020 18:38

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Ich erweitere das mal. Nicht jeder, der nicht in eine sogenannte Klimahysterie verfällt, ist deshalb rechtsextrem. Aber auch nicht jeder, der sich um das Klima Sorgen macht, ist deshalb ein sogenannter linksgrün versiffter Gutmensch (was immer das auch sein soll?). Beides sind Scheißhausparolen, die nicht dazu beitragen, sich vernünftig mit dem Thema auseinanderzusetzen.

#5 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 08.02.2020 20:15

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Nun dröseln wir das ganze mal auf. Wenn wir realistisch sind, ist es so, dass die uns interessierenden Neufahrzeuge russischer Produktion nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Ob uns das nun gefällt oder nicht, es ist Tatsache. Ebenfalls ist nicht neu, dass für einen bestimmten Absatzmarkt produzierte Produkte dessen festgesetzten Normen entsprechen, also bestimmte Standards erfüllen müssen. Das war auch bei Autos schon seit Dekaden so. Lassen wir nun die sehr wohl existierenden politischen & marktpolitischen Gründe außer Acht, bleibt trotzdem das leidige Problem mit der Technik. Und diese Fahrzeuge sind nun mal keine Saubermänner.
Ich denke mal, dass es diese Umwelt- & Klimaproblematik gibt, dass das Problem real ist, ist soweit klar. Der Umgang von Seiten des Staates & der Gesellschaft damit ist jedoch sehr fragwürdig. Und in genau diesem Zusammenhang erscheint mir das "Einfuhrverbot" für diese Fahrzeuge leider noch am ehesten als vernünftige Maßnahme. Im Gegensatz zum Beispiel zu dieser fadenscheinigen Glorifizierung des Elektroautos als Allheilmittel.
Das ist wohl der Teil, der uns betrifft, an dem wir Einschnitte machen müssen. Gerade deshalb finde ich die Idee von Alex sehr sehr sinnvoll, sich über technische Lösungen Gedanken zu machen.

#6 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Anax 08.02.2020 21:44

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Mal versucht, ganz differenziert drauf zu schauen.....

Das Klimaproblem ist real, wir können schon seit Jahren fast täglich (global betrachtet) Anomalien beobachten. Dass sich nichts tut ist dabei eine traurige Sache.

Ich stimme Alex (im anderen Thread) voll und ganz zu, dass bei uns die Politik durch Lobbyisten bestimmt wird. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass unsere Politiker gar keine Politik mehr machen. Das hat eher sowas von verschiedenen Fan-Gruppierungen mit unterschiedlichen Sponsoren. Und je nachdem, welches Fanprojekt gerade vorne liegt, haben die Sponsoren halt Glück oder auch nicht. Das hat auch was von Sportwetten - auf einem etwas anderen Level.
Aus meiner Sicht besteht daher das Hauptproblem darin, dass die Politiker keine Politik machen. Und da insbesondere, dass keiner eine Vision davon hat, wie es im Großen gut sein könnte und dann Stück für Stück versucht, das große Bild durch kleine Mosaiksteinchen zusammenzusetzen.

Von daher finde ich auch Greta gut. Wenn nicht tatsächlich eine solche Hysterie-Welle von irgendwo herkommt, dann passiert in diesem Land nichts. Niemand tut was, niemand holt den Kopf aus dem Sand. Solche Figuren und Gruppierungen waren früher recht häufig anzutreffen und bei Ignoranz kam es schnell zu einer Radikalisierung, wie ja auch damals bei der RAF. Mit Greta ist das das gleiche. Nur so scheint sich tatsächlich in diesem Land die Masse zu bewegen und der Politiker zum (hoffentlich) sinnvollen Handeln gezuwungen zu werden.

Inhaltlich finde ich das mit den Autos so eine Sache. Wenn man sich anschaut, wie groß der Anteil des Verkehrs in Deutschland tatsächlich zur Umweltbelastung beiträgt, finde ich es echt krass, wie sehr auf diesem Thema rumgeritten wird. Da gibt es ganz andere Belastungsquellen, die jedoch völlig unberührt bleiben. Und wenn von heute auf morgen nur noch E-Autos rumfahren, haben wir gleich zwei Probleme auf einmal: wo soll der Strom herkommen? Von Kohlekraftwerken? Von Atomkraftwerken, die im ersten Schritt tasächlich sauber sind, aber der Atommüll ein dezent großes Problem darstellt? Und dann ist unser Stromnetz jetzt schon am Anschlg und wir schrammen regelmäßig nur knapp am Blackout vorbei. Nehmen wir jetzt die Verbrenner weg, dann haben wir den totalen Blackout.

Was mich an der ganzen Debatte nervt, ist die Blindheit, die Ignoranz und vor allem die ganzen Halbwahrheiten. Beispiel: Man hat wegen der Verrußung die alten Diesel abgeschafft. Mal abgesehen davon, dass ich es den Hammer finde, den deutschen Automobilherstellern ein französisches Patent (DPF) vorzuschreiben, statt einen Grenzwert einzuführen, hatte der DPF ja ganz witzige Folgen. Die groben Rußpartikel wurden weniger (aber nicht null, Dank der Holzheizungen) und dadurch stieg dann der Feinstaub. Warum? Weil man irgendwann festgestellt hat, dass der Feinstaub von den Rußpartikeln gebunden wird und mit diesen, spätestens beim nächsten Regen, ausfällt. Gut gemeint, aber mal wieder nicht weit genug gedacht. Und dann die Wahrheit zurückgehalten, um wieder gewählt zu werden.....

Es fehlt das große Bild, die große Vision. Z.B. bei den Themen Verkehr, Energiesparen, Bildung usw. Visionsbefreite Miniteillösungen werden uns nix bringen, aber genau da sind wir unterwegs.

Aber das ist nur meine Meinung, meine Sicht auf die Welt...

#7 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 08.02.2020 22:39

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Hi Jochen, danke für das Kundtun deiner Meinung. Ich will es diesmal langsam angehen, das ganze Stück für Stück besprechen. Deshalb habe ich mit dem Verbot "der Einfuhr/des Betriebs" von Neufahrzeugen/Fahrzeugen begonnen, die nicht der derzeit gültigen Norm entsprechen. Natürlich ist das jetzt nicht die große Maßnahme, die das Ruder rumreißt. Es ist sicher nur ein ganz kleiner Schritt, aber eben doch weitestgehend sinnvoll & nachvollziehbar. Natürlich möchte ich die wirklich großen Felder (Verkehr, Sparen usw., von dir schon angesprochen) noch beackern. Was mir persönlich am "Medienprodukt" Greta nicht gefällt, werde ich demnächst hier zum Besten geben.
Deine Sicht auf die Welt hört sich für mich so falsch nicht an. Für mich. Mal sehen, ob es noch andere Wortmeldungen gibt & welchen Inhalts.

Viele Grüße.
Axel

#8 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von TSRalex 09.02.2020 07:10

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Zitat von Ion Tichy im Beitrag #5
Das ist wohl der Teil, der uns betrifft, an dem wir Einschnitte machen müssen. Gerade deshalb finde ich die Idee von Alex sehr sehr sinnvoll, sich über technische Lösungen Gedanken zu machen.


Danke!!!

Zitat von Anax im Beitrag #6
Ich stimme Alex (im anderen Thread) voll und ganz zu, dass bei uns die Politik durch Lobbyisten bestimmt wird.


Ja - leider. Die einzelnen Politiker - und das geht schon auf kommunaler Ebene los (!!!) - schauen nicht mehr drauf was die Menschen brauchen, oder wollen, sondern orientieren sich nur mehr an den Vorgaben, welche von den verschiedenen Lobbygruppen, denen sie sich verpflichtet haben, kommen.

Zitat von Anax im Beitrag #6
Von daher finde ich auch Greta gut


Das Mädel war - als alles anfing - in einem Alter, in dem man noch voller Ideale steckt. Die Eltern (oder sonst wer aus ihrem Umfeld) haben das wirtschaftliche Potential erkannt und waren derart gut vernetzt, dass schon bald auch der mächtige Club of Rome mitmischte und die Steuerung übernahm. Nun ist es ein Geschäftsmodell für viele, daran Beteiligte, geworden und hat eine politische Dimension erreicht, die zur Schwächung der europäischen, aber vor allem der deutschen Wirtschaft eingesetzt wird.

Mittlerweile ist die Schulabbrecherin Greta nicht mehr darauf angewiesen, jemals noch in ihrem Leben etwas zum Lebensunterhalt mit Arbeit verdienen zu müssen. Und die Gelder fließen weiter, solange sie sich als willfähriges Instrument für die Geschäftemacher und politischen Indoktrinanten hergibt.

Zitat von Anax im Beitrag #6
Mal abgesehen davon, dass ich es den Hammer finde, den deutschen Automobilherstellern ein französisches Patent (DPF) vorzuschreiben, statt einen Grenzwert einzuführen


Man mag mich als Verschwörungstheoretiker abstempeln, aber das passt so gut in das Bild einer - von den (westlichen!) Siegermächten von 1945 immer noch gegängelten - Nation.

Zitat von Anax im Beitrag #6
Es fehlt das große Bild, die große Vision. Z.B. bei den Themen Verkehr, Energiesparen, Bildung usw. Visionsbefreite Miniteillösungen werden uns nix bringen, aber genau da sind wir unterwegs.


Absolut richtig. Weil eben verschiedenste Lobbygruppen bedient werden, kann das große Bild nicht mal im Ansatz entstehen. Dafür wird eben gesorgt.

#9 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 14.02.2020 22:02

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Kapitalismus ist ein System, das auf Ausbeutung beruht. In dessen zurzeit am weitesten entwickelten Stadium, dem Neoliberalismus ist der Lobbyismus gängiges & legitimes Werkzeug. Dies alles ist wenig neu & sollte niemanden mehr vom Hocker reißen. Mag sein, dass wir gerade eine Zeit haben, in der das wieder mehr Menschen ins Bewusstsein rückt.
Das mit den Siegermächten contra Deutsche Nation/Wirtschaft ist mir persönlich etwas weit hergeholt. Wenn überhaupt, läuft das für mich unter Umgang von Konkurrenten miteinander, ähnlich dem heutigen Umgang mit (dem konkurrierenden kapitalistischen) Russland, das man als neuen alten Feind wiederentdeckt hat.

Aber gut, ich wollte ja eigentlich was zu Greta schreiben, bzw. zu meiner diesbezüglichen Meinung. Nun, grundsätzlich finde ich die von Greta vertretenen Dinge natürlich in Ordnung. Und ja, ich finde es gut, wenn Greta vor weltbewegenden Gremien ihre Meinung vertritt. Sollten durch Greta wirklich Leute zu etwas bewegt werden, ist das ganz toll, vor allem, wenn es sich um viele Leute handelt. Von mir aus soll sie ruhig ihren Lebensunterhalt damit verdienen, ist mir egal. (Würde ich es anders machen? )
Was mir aber tierisch auf den Sack geht, ist die Penetranz, mit der das von statten geht. Greta spricht hier. Okay! Greta spricht dort. Na klar. Greta segelt aufm Ozean. Hmm. Greta fährt mitm Zug. Na und? Greta musste im Zug stehen. Wat? Ich muss nicht ständig damit belästigt werden, was Greta gerade macht. Wenn ich das wissen will, kann ich das allein rauskriegen. Greta hier, Greta da, Greta überall. Das ist wie früher im Osten mit den Nazis. Dort wurde man so zwanghaft mit dem immer gleichen Zeug über das 3. Reich zugeschüttet, dass es schon fast unerträglich war. Du hast nicht mehr einfach nur abgeschaltet, sondern schon eine Art Widerwillen entwickelt. Ich will gar nicht wissen, bei wie vielen Leuten diese Penetranz genau das Gegenteil ihres eigentlichen Zwecks erreicht hat.
Und dann immer diese Bilder von Greta. Wie eine Heiligenikone starrt sie mich moralinsauer anklagend, wenigstens doch mahnend an. Was soll das? Damit kann ich nichts anfangen. Erstens riecht bei Greta ein Furz auch bloß nicht nach Jasmin & zweitens kann ich alleine denken, dazu brauche ich Gretas Gegenwart auf Schritt & Tritt nicht.

Das von mir zu Greta gesagte spiegelt natürlich einzig meine urpersönliche Meinung wieder, die keinesfalls von jemand anderem geteilt werden muss oder soll.

Grüße.
Axel

#10 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 14.02.2020 22:10

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Halten wir einen ersten Zwischenstand fest, kommen wir zu dem Ergebnis:

1. Ja, es ist sinnvoll & (leider) erforderlich, jedwede Technik, die heutigen technischen sowie Umweltstandards nicht entspricht, nicht neu zuzulassen.

Ich werfe nun Punkt 2 ins Rennen bzw. stelle zur Diskussion: generelles Tempolimit auf Autobahnen. Dazu Meinungen & Anmerkungen aus der geneigten Runde?

#11 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Paul 14.02.2020 23:15

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Ich bin sehr viel auf den Autobahnen unterwegs. Gerade bin ich z. B. aus Tschechien wieder zurück gekommen.

Zu den meisten Autobahnen in Deutschland kann ich sagen, daß wir eigentlich gar kein Tempolimit benötigen, weil es sehr viele Tempobeschränkungen gibt. Wo es keine Tempobeschränkungen gibt, gibt es Baustellen, die ein schnelles Fahren verhindern...

#12 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 15.02.2020 18:33

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Ist ja witzig, so kann man sich täuschen. Ich dachte, bei dem Thema gehen hier alle Alarmsirenen an. Aber der Paul sieht es anscheinend gelassen & auch sonst Ruhe im Karton. Wahrscheinlich kommt der Aufschrei dann irgendwo, wo ich gar nicht damit gerechnet hätte.

#13 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Jats 16.02.2020 09:59

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Guten Morgen,

ich sehe diese Diskussion jetzt als persönlichen Wink des Schicksal, deshalb würde ich gerne mit einsteigen.

Tatsächlich beschäftigt mich dieses Thema seit den letzten zwei Jahren deutlich mehr, als mir recht ist. Ich weiß nicht genau, womit es angefangen hat, aber wer, trotz unseres in die Jahre gekommenen Bildungssystems, in der Schule ein bisschen was mitnehmen konnte, sollte auch wissen, dass die momentan herrschenden, klimatischen Veränderungen nicht natürlichen, sondern menschengemachten Ursprunges sind.

Sich dazu berufen zu fühlen, jetzt höchstpersönlich etwas dagegen zu tun, kann ich als vernunftbegabter Mensch nur bedingt erwarten, aber als ebenfalls sozialer und gesellschaftlich engagierter Mensch erwarte ich das sogar. Letztendlich kann und sollte man auch hier niemanden dazu zwingen in unserer (Schein) "Sozialdemokratie" zu leben, scheiße es kann ja jeder tun und lassen, was er will, aber der Spaß bzw. die Freiheit hört für mich auf und so wurde ich nun mal erzogen, wenn ich anderen Menschen oder Lebewesen körperlichen oder seelischen Schaden zufüge. Ganz bewusst direkt, oder auch indirekt.

Die Grenze dazwischen mag nicht immer klar verlaufen, aber für mich ist ohne Zweifel klar: Der Klimawandel fügt nicht nur Schaden zu, nein, er tötet und zerstört Menschen- und Tierleben in Milliardenhöhe – früher oder später. Wer dann leugnet, dass der momentane Klimawandel nicht menschgemacht ist, der ist eben nicht sozial und vernünftig, sondern mindestens Idiot (im ursprünglichen Sinne des Wortes). Ich will jetzt gar nicht darauf eingehen, dass es von „mit dem Leugnen und verbreiten von Verschwörungstheorien sein Geld verdienen“ bis hin zu „es einfach aufgrund von Wikipedia besser zu wissen“ tausend weitere Beweggründe bzw Bezeichnungen für solche Menschen gibt, das würde den Rahmen gänzlich sprengen und das Thema verfehlen.

Nun habe ich also in der Schule aufgepasst, weiß dass das alles so ist (und wäre trotzdem auch auf eine Fridays For Future Demo gegangen, hätte es sie damals schon gegeben) und möchte deshalb etwas an mir und meinem Verhalten ändern, weil ich ja weiß, dass ich ein kleiner Grund für den Klimawandel bin.

Allein, dass das jemand anders von sich selbst sagt oder denkt, ist für mich schon so viel wert und freut mich auch ungemein, hier in einem Forum für russische Oldtimer zu lesen, dass ich meine Hoffnung in die Menschheit noch nicht ganz aufgegeben habe.

Da man mit dem Fahren von umweltschädlicheren Fahrzeugen also auch indirekt Schaden zufügt bzw einer Besserung der Klimakrise eher entgegenwirkt, sitze ich manchmal wirklich so manchen Abend an dem ich eigentlich zum Schrauben in die Werkstatt gefahren bin da und denke mir „ist es eigentlich fair oder verhältnismäßig, dass du dieses Auto fährst? Na gut, die Fahrten beschränken sich auf ein paar Tausend Kilometer im Jahr und das auch nur, wenn ich eine wirklich große Reise mache, aber die könnte ich ja auch mit einem sparsamen Wagen oder ganz ohne Klimagas Emission beim Fahrne machen“. Meistens endet die Denke dann an dem Punkt, dass ich weiß, dass ich meinen UAZ und andere alte Autos einfach „just for fun“, wirklich nur zur Befriedigung meines persönlichen Verlangens nach „whatever“ habe. Klar, so ein Oldtimer hat seine Produktionsaufwände vor Jahrzehnten gekostet und ist somit „grüner“, als ein Neuwagen, aber auch Ersatzteile, Sprit und vieles andere mehr müssen auch für unsere Wagen weiterhin produziert und für Erhaltungszwecke zu uns transportiert werden.

Was auch immer die Gründe für die Erhaltung eines alten, umweltfeindlichen Automobils nun sein mögen, sie können nie so gut sein, wie die dagegen, solange das Fahrzeug umweltfeindlich bleibt. Darum habe ich auch das Thema bezüglich der (zugegeben eher bürokratischen, als wirklich klimarettenden) Umrüstung auf EURO6 verfolgt.

Nunja, für mich ist jedenfalls klar, dass die Reduzierung des Problems auf nur eine Automarke, die Menge an anfallendem Plastikmüll, das Reiseverhalten der Menschen oder den Lebensmittel- und Fleischkonsum der Deutschen nicht alleine zielführend ist, aber je mehr wir uns mit dem Thema auseinandersetzen, desto mehr schlaue Ideen zur Lösung erarbeiten sich teilweise von alleine. Und manchmal reicht ja sogar schon dass etwas Thema ist, wie mit Greta; man muss sie nicht mögen, aber die Medien berichten über sie, weil sie polarisiert sie ins Thema passt bzw Klimapolitik zum Thema gemacht hat.

Vor diesem Hintergrund war gestern für mich mal wieder ein trauriger Tag, da es die Gesetzesänderung zum Tempolimit in Deutschland ja leider nicht bis zur Umsetzung geschafft hat – Unsinn wie ich finde. Und sollte ich hier von einem UAZ Fahrer das Gegenteil lesen, habe ich leider noch nicht genug erlebt um dafür Verständnis zeigen zu können. Die Vorteile liegen auf der Hand, für mich ist das „no Tempolimit“ Zeugs nichts weiter als egomanisches Getue um das letzte Land mit solch dämlichen (Nicht)Regulierungen zu sein. Ein Titel denen sonst die Amis mit ihren scheiß Waffen so hinterherjagen..
Okay ich mehr, ich werde zu salopp und unsachlich, daher bitte ich, diese „geistigen Ausdünstungen“ am Sonntag morgen nicht allzu persönlich zu nehmen und wünsche euch, dass ihr mehr Spaß an unserem, zweifelsfrei, aufregendem und abenteuerlichen Hobby habt.

Wo wer jetzt mit Klimaschutz oder Verzicht anfängt oder aufhört möchte ich, wie gesagt, zwar nicht auferlegen, aber natürlich schaue auch ich nach rechts und links um zu sehen wo ich selbst eigentlich stehe und wie ich den Bemühungen und anderer gerecht werden kann. Sowas finde ich sozial und erwarte ich von allen Mitgliedern einer Gesellschaft. Ein solches Forum mag ein noch viel engerer Kreis sein, aber wir gehören aber alle zu etwas noch viel Größerem, darum hoffe, ich dass ihr meine Darstellungen hier duldet. Zwischenmenschlicher und politischer Kram im Autoforum ist ja nicht gerade passend.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Sonntag!

Grüße,
Jason

#14 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 16.02.2020 21:42

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Hi Jason,

vielen Dank für deinen tollen (meine Meinung) Beitrag. Wenn es dir ein Trost ist, es geht dir nicht allein so. Wir haben uns auch schon oft den Kopf über die Umweltverträglichkeit unseres Hobbys zerbrochen. Eigentlich vor/bei jeder Fahrt mit dem Ural. Wir versuchen das so gut es geht mit anderen Dingen wie Nachhaltigkeit, Sparsamkeit usw. auszugleichen, da der Ural so ziemlich das Einzige ist, was uns zu Umweltsäuen macht. Dazu können wir uns später noch näher auslassen, wenn wir uns in den Bereich Sparen/persönliches Leben (oder wie auch immer, mir ist noch kein guter Oberbegriff dafür eingefallen) begeben. Vorerst bleiben wir noch etwas im Bereich Verkehr (nein, nicht was Mario jetzt wieder denkt ), hier gerade beim Tempolimit, von dir also ein absolutes Pro.

Sonst noch Wortmeldungen zum Tempolimit? Falls nicht folgt demnächst mein abschließender Sermon dazu. Grüße.
Axel

#15 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 17.02.2020 16:13

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Okay, Thema Tempolimit auf Autobahnen, ich versuche mal, das möglichst emotionslos abzuarbeiten. Jason hat mit der Feststellung, dass ein Tempolimit schon lange fällig gewesen wäre, nicht Unrecht. Das liegt 1. an den Sicherheitsbestimmungen im Straßenverkehr & 2. am Mischverkehr, gerade auf den Autobahnen.

1. Die Straße ist der Verkehrsträger mit den wenigsten bzw. den am wenigsten wirksamen Sicherheitsrestriktionen & -regelungen. Stichworte Überholsichtweite (auf Autobahnen zweitrangig, da kein Gegenverkehr), Sicherheitsabstände & Gefahrpunkte. Gefahren & Schäden steigen natürlich bedeutend bei hohen Geschwindigkeiten => Autobahn. Für die daraus entstehenden Kosten kommt letztendlich die Gesellschaft auf (Rettungs-, Kranken- & Versicherungskosten usw.).
2. Auf der Autobahn haben wir Mischverkehr, also grob gesagt den seltenen langsamen Verkehr von 60 km/h bis 80 km/h, den Lkw-Verkehr von 80 km/h bis 100 km/h, den Pkw-Verkehr von 100 km/h bis 200 km/h. Diese unterschiedlichen Geschwindigkeiten führen zu einer weiteren Steigerung des Unfallrisikos. Außerdem entstehen hier Staueffekte durch Auflaufen, die nicht zu unterschätzen, also auswirkungsstark sind.

Der Staat hätte hier schon lange handeln müssen. Aus Gründen der Gefahrenabwehr bzw. -minimierung, zur Kostensenkung, zur Stabilisierung & Erhöhung der Flüssigkeit des Verkehrs. Unterlassen wurde dies bis jetzt meist mit der sehr fadenscheinigen Begründung, dass es sich beim Straßenverkehr größtenteils um Individualverkehr handelt, bei dem es dem Staat nicht obliegt, weitreichend einzugreifen. Da ist sie dann wieder, die hier schon ein paar mal aufgeführte Lobbyarbeit.

3. Nun kommt endgültig der Umwelt- & Klimaschutz hinzu. Und na klar, je höher die Geschwindigkeit, desto größer die Umweltbelastung. Die Umweltbelastung steigt dabei in einem Maß, das die hohen Geschwindigkeiten einfach nicht mehr rechtfertigt. Bzw. gibt es im Umkehrschluss kein schlüssiges Argument mehr, das hohe Geschwindigkeiten dennoch rechtfertigt.

Natürlich ist auch das unter 3. Gesagte nicht so ganz neu, es hat jedoch heute einen ganz anderen Stellenwert als früher. Fasse ich also 1. bis 3. zusammen, kommt für mich eindeutig heraus, dass es höchste Zeit für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen (120 km/h oder 130 km/h sind hier wohl das Maß) ist. Ob das jetzt jedem auf Anhieb schmeckt, sei dahingestellt. Letztlich bleibt für mich aber die Vernunft Sieger, auch wenn dies bedeutet, auf der Autobahn die Zähnchen zusammen zu beißen.

Grüße.
Axel

#16 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 18.02.2020 11:25

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Zwischenstand/Ergebnis:

1. Es ist sinnvoll & erforderlich, jedwede Technik, die heutigen technischen sowie Umweltstandards nicht entspricht, nicht neu zuzulassen (gemeint sind Neuentwicklungen, keine Oldtimer).
2. Ein generelles Tempolimit von 120 km/h oder 130 km/h auf Autobahnen ist eine weitere sinnvolle Maßnahme.


Wir bleiben weiterhin beim Punkt Verkehr, wie sieht es denn mit Inlandsflügen aus? Vermeidbar, unverzichtbar, oder was?

Grüße.
Axel

#17 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Paul 18.02.2020 14:16

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Hallo zusammen,

zu Inlandflügen wäge ich immer ab, wohin es geht, also wie weit es zum und vom Flughafen ist. Ob ich einen Leihwagen nehmen muss, oder ob ich sogar mit dem Zug fahren kann.
Manchmal kann es durchaus Sinn machen mit dem Flugzeug zu fliegen. Meiner Meinung nach, muss man immer die zeitlichen Faktoren, die Kosten und die Mobilität sinnvoll abwägen. Und das rue ich nach bestem Wissen und Gewissen!

Gruß aus Russland 🇷🇺

#18 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 19.02.2020 11:41

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Ich muss gleich vorwegnehmen, dass ich beim Thema Inlandsflüge nur bedingt mitreden kann, weil ich bisher nicht in deren Genuss kam & das auch so schnell nicht passieren wird.

Was belegt ist, damit aber wahrscheinlich nur am Rande zu tun hat, ist die Problematik der vielen kleinen Verkehrsflughäfen in unserem Land. Flughäfen wie Kassel-Calden, Frankfurt-Hahn usw., die (in unserem Land wg. Größe & Infrastruktur) nicht wirklich benötigt werden & zudem die Gesellschaft noch viel Geld kosten. Das mag aber nochmal ein anderes Thema sein.
Es ist davon auszugehen, dass der Flugverkehr ziemlich stark umwelt- & klimabelastend ist. Vor Jahren habe ich mich mit einem guten Freund über Inlandsflüge unterhalten. Dieser sagte mir, dass die (kurze) Reisedauer mit dem Flugzeug unschlagbar & somit das Hauptargument für diese Flüge sei, da könne die Bahn bei weitem nicht mithalten. Er ist beruflich immer viel unterwegs. Mittlerweile benutzt seine Firma allerdings für manche Verbindungen doch die Bahn. Ich denke, hier wird uns die Lösung schon gezeigt. Durch Ertüchtigung des Bestands- sowie weiteren Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Bahn muss, wie teilweise schon begonnen/geschehen, ein bei den Reisezeiten zumindest vertretbarer/zumutbarer Ersatz geschaffen werden, um dann sukzessive den Inlandsflugverkehr auf ein Mindestmaß zu beschränken. (Auf das Thema Ausbau Bahn, Verlagerung des Verkehrs auf bestimmte Verkehrsträger usw. kommen wir später noch eingehender zu sprechen.)

So könnte meiner Meinung nach ein vernünftiger Kompromiss aussehen. Grüße.
Axel

#19 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 20.02.2020 09:16

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Neuer Zwischenstand:

1. Es ist sinnvoll & erforderlich, jedwede Technik, die heutigen technischen sowie Umweltstandards nicht entspricht, nicht neu zuzulassen (gemeint sind Neuentwicklungen, keine Oldtimer).
2. Ein generelles Tempolimit von 120 km/h oder 130 km/h auf Autobahnen ist eine weitere sinnvolle Maßnahme.
3. Durch die Schaffung vertretbarer bzw. zumutbarer Alternativen (z.B. Aus- / Neubau Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn) sollte der Inlandsflugverkehr sukzessive auf ein Mindestmaß beschränkt werden.


Okay, etwas weit hergeholt, aber wenn wir gerade im Schwung sind, wie sieht es denn mit Kreuzfahrten aus?

#20 RE: Klimahysterie <-> Antiklimahysteriehysterie von Ion Tichy 21.02.2020 10:55

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Auch hier wäre es mir ein Leichtes, einfach zu sagen, Kreuzfahrten soll man abschaffen, da ich mit denselben so überhaupt nichts anfangen kann. Diese Art von Urlaub ist nicht mein Ding. Andererseits habe ich aber auch einen Arbeitskollegen, dem seine Kreuzfahrten sein Ein & Alles sind, ein Wegfall würde ihm das Herz brechen.
Ein paar Gedanken dazu. Wenn man sich heutige Kreuzfahrtschiffe mal ansieht, schippert da ja nicht mehr Captain Stubing auf der Pacific Princess über die Weltmeere, sondern es handelt sich heute um fahrende (Klein- ?) Städte. Mal abgesehen von dem entsprechend produzierten Müll, denke ich, geht es vor allem um den ebenso entsprechenden Energieverbrauch. Die Energie wird doch letztendlich via Schweröl & Schiffsdiesel gewonnen, oder? Es bliebe also zu prüfen, wie umwelt- & klimaverträglich so eine Kreuzfahrt eigentlich ist & ob es sonst noch negative Folgen gibt, die man nicht vernachlässigen sollte.
Danach müsste man entscheiden, wie man weiter verfährt. Ist ja evtl. alles gar nicht so schlimm oder prozentual gesehen unbedeutend? Oder aber man entscheidet sich gegen Kreuzfahrten, weil die negativen Folgen zu hoch sind, somit der Zweck des Vergnügens oder Luxus (?) dies nicht rechtfertigt. Dann könnte man langsam aussteigen, in dem man sagt, es werden keine neuen Kreuzfahrtschiffe mehr gebaut, die alten aber weiter bis zur Außerdienststellung genutzt? Oder müsste es sogar ein Sofortausstieg sein? Keine Ahnung.

Grüße.
Axel

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